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An Türen klopfen

Aufsuchende Sozialarbeit

Seit 23 Jahren sind wir regelmässig rund um die Langstrasse und im Niederdorf unterwegs, um Sexarbeiter*innen zu kontaktieren. Neben Infomaterial und Hygieneprodukten verteilen wir auch Sandwiches und Kuchen, die wir jeweils von einer Bäckerei erhalten.

Wir begegnen den Sexarbeiter*innen auf Augenhöhe, mit Würde und Respekt. Sie sind die Expertinnen für ihre Situation, nicht wir. Unser Ziel ist es, Ansprechpersonen für sie zu sein, ihnen Informationen zugänglich zu machen, sie bedürfnis- und ressourcenorientiert zu begleiten und zu beraten und ihre Rechte zu stärken.

Wir glauben an die bedingungslose Liebe Gottes zu allen Menschen, besonders zu den Menschen am Rande der Gesellschaft. Diese Liebe versuchen wir authentisch und unaufgeregt zu leben und weiterzugeben.
Auf Wunsch bieten wir gerne seelsorgerliche Gespräche und Gebete an; wir drängen dies aber niemandem auf und achten das Selbstbestimmungsrecht der Klient*innen.

Durch unsere regelmässige Präsenz sind im Laufe von mehr als zwei Jahrzehnten viele Beziehungen entstanden. Im Durchschnitt sprechen wir mit 50 bis 60 Frauen pro Einsatz. Einige begleiten und beraten wir schon seit Jahren, aber wir haben auch immer wieder neue Kontakte.


Nachtcafé

Wegen Corona zur Zeit geschlossen
Jeden Dienstag ist ab 23 Uhr unser Nachtcafé an der Müllerstrasse 87 geöffnet, wo Sexarbeiter*innen gratis etwas essen und trinken können, sich mit Infomaterial eindecken, bei einer Pause erholen und nach Bedarf für ein Beratungsgespräch vorbei kommen können.

Im Durchschnitt haben wir zwischen 50 und 60 Besucher*innen pro Nacht.


Offene Sozialberatung an der Dienerstrasse 76

Montag und Donnerstag Nachmittag sind wir in unserem Büro an der Dienerstrasse 76 für Einzelberatungen und Gespräche da.
Wir beraten und begleiten bedürfnis- und ressourcenorientiert und fördern die Selbst- und Handlungskompetenz unserer Klient*innen. Wir unterstützen die Sexarbeiter*innen in sozialen, administrativen und anderen Fragestellungen, auch bei der Arbeits- und Wohnungssuche, und begleiten sie bei Bedarf auch auf Ämter oder andere Fachstellen, besuchen sie zu Hause und im Spital.

Gerne begleiten wir die Klient*innen bei der Suche nach einer neuen Lebensperspektive.


Wir arbeiten gut vernetzt mit andern NGOs oder staatlichen Organisationen in Zürich und in der Schweiz.

In der Schweiz arbeiten gegen 20'000 Sexarbeiter*innen, alleine in Zürich sind es um die 4'000 legale Sexarbeiter*innen, die eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung haben. Dazu kommen viele Menschen aus Drittstaaten ohne legalen Aufenthaltsstatus.

Für viele von ihnen ist Sexarbeit die einzige Möglichkeit, sich selber und ihre Familien im Herkunftsland zu finanzieren. Und so gesehen ist es eine Möglichkeit, der Armut zu entkommen.

Auch wenn Sexarbeit ein knallhartes Geschäft ist, das oft unter prekären und schlechten Bedingungen ausgeübt wird und viele Opfer fordert, ist trotzdem klar zu unterscheiden zwischen Opfern von Menschenhandel und Sexarbeiter*innen, die selbständig arbeiten.

Es gehört darum auch zu unseren Aufgaben, auf die Arbeits- und Lebensbedingungen zu achten, untern denen die Menschen im Sexgewerbe leben, uns für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen und Opfer von Menschenhandel zu erkennen.


  Letzte Änderung 20.03.2021 - rahab@rahab.ch